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Die Säuren - Wie sie in unserem Körper wirken

Grundsätzlich müssen wir die Säuren in unserem Körper unterscheiden.

Einmal gibt es die Säuren, die in unserem Körper gebildet werden und Säuren, die mit der Nahrung in unseren Körper gelangen.

 

Die gute Nachricht ist, es gibt auch nützliche Säuren, ohne sie wäre die Gesundheit nicht möglich.

Die gesunden Säuren in unserem Körper

 Die gesunden Säuren in unserem Körper sind

  • die Magensäure
  • die Milchsäure im Dickdarm
  • die Milchsäure in der Scheide

  

Wäre die Magensäure plötzlich weniger sauer, gäbe es ernsthafte gesundheitliche Probleme. Spezielle Verdauungsenzyme, welche nur in einem sauren Milieu in der Lage sind, Eiweisse zu verdauen, können ihre Arbeit nicht oder nur ungenügend verrichten. Die unzureichend verdaute Eiweisse gelangen in den Darm und führen dort zu Fäulnis und Gärung, was Verdauungsbeschwerden zur Folge hat.

 

Ausserdem können Bakterien und Parasiten sich besser vermehren und im ganzen Körper zu Infekten führen, da die Magensäure die Bakterien und Parasiten nicht mehr töten kann.

  

In einem gesunden Dickdarm herrscht ein saures Milieu. Nur in einem solchen Milieu können die Dickdarmbakterien optimal ihren Aufgaben nachgehen.  Die Lacto- und Bifidobakterien spielen dabei eine sehr große Rolle. Sie sind für den leicht sauren pH-Wert im Dickdarm verantwortlich. Während ihrer Stoffwechselprozesse im Darm bilden sie Säuren. Die Aufgaben der Dickdarmbakterien sind:

  • Abwehr von krankheitserregenden Keimen
  • Regeneration der Darmschleimhaut
  • Produktion von Vitaminen und Fettsäuren

Verschiebt sich der pH-Wert im Dickdarm, würden die hilfreichen Darmbakterien umkommen. Die o.g. Aufgaben würden nicht mehr erledigt werden und gleichzeitig können sich die schädlichen Bakterien ausbreiten.

 

In der Scheide herrscht ein saures Milieu aufgrund der Milchsäurebakterien. Auch hier gilt: verschiebt sich der pH-Wert in den basischen Bereich, können die Milchsäurebakterien ihre Aufgaben nicht erfüllen. Das Scheidenmilieu ist empfänglich für bakterielle Infektionen oder Pilzinfektionen.

Organische Säuren aus gesunder Nahrung

Zu den organischen Säuren zählen vor allem die Fruchtsäuren aus Früchten. Sie fördern

  • die Verdauung
  • die Darmperistaltik
  • Bildung von Enzymen

Da es sich hier um natürlichen Säuren handelt, spricht man von den "guten" Säuren. Sie führen zu keinen gesundheitlichen Problemen oder zu einer Übersäuerung, so lange sie nicht im Übermass zugeführt werden.

Die schlechten Säuren in unserem Körper

Als "schlechte" Säuren werden die Säuren genannt, die aufgrund der völlig unnatürlichen Ernährungsweise im Körper eintreffen. Auf Grund ihrer Unnatürlichkeit sind sie für die Gesundheit sehr problematisch. Zu diesen Säuren zählen z.B.

  • Kohlensäure im Mineralwasser
  • Gerbsäure im Kaffee und Schwarztee
  • Phosphorsäuren in Softdrinks wie Cola, Limo etc.

Ferner entstehen schlechte Säuren während der Verstoffwechselung von ungesunden Nahrungsmitteln. So entsteht z. B. 

  • Harnsäure beim Verzehr von tierischen Eiweissen
  • Essigsäure beim Verzehr von Weissmehlprodukten, gezuckerten Speisen und gesüssten Getränken

 

Zusätzlich zur Übersäuerung tragen Säuren bei, welche aus säurebildenden Mineralstoffen entstehen. Säurebildende Mineralstoffe können z.B. sein

  • Schwefel (befindet sich im Fleisch) 
  • Phosphor (befindet sich in Milchprodukten) 
  • Jod (befindet sich in jodiertem Kochsalz)
  • Chlor 

Aus diesen Mineralstoffen können giftige Säuren entstehen

  • Schwefelsäure
  • Phosphorsäure
  • Salzsäure

Die gute Nachricht hier ist, dass der Körper für ein gesundes Leben alle Mineralstoffe benötigt, egal ob säure- oder basenbildend.

Jeder einzelne Mineralstoff in unserem Körper hat lebenswichtige Aufgaben zu erfüllen. So bauen z.B. basenbildendes Calcium und säurebildende Phosphor  gemeinsam Knochen und Zähne auf.

 

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass unser Körper mehr basische als saure Mineralstoffe benötigt.

 

In der heute üblichen Ernährung haben jedoch saure Mineralstoffe einen weitaus höheren Anteil, als basische Mineralstoffe. Von daher gerät der Säure-Basen-Haushalt immer mehr in Bedrängnis.

 

Wo kommen die schlechten Säuren her?

Hier eine kleine Aufstellung von den wichtigsten Säuren, die wir täglich zu uns nehmen und deren Quelle:

  • Kohlensäure – Mineralwasser
  • Gerbsäure – Kaffee, schwarzer Tee
  • Phosphorsäure – Cola und andere Softdrinks
  • Essigsäure – Weissmehlprodukte, gezuckerte Speisen und Getränke
  • Harnsäure – tierische Eiweisse
  • Schwefelsäure – Schweinefleisch
  • Salpetersäure – Schweinefleisch
  • Schwefel– und Phosphorsäure – Getreideprodukte (Back- und Teigwaren)
  • Acetylsalicylsäure (ASS) – Medikamente 

Es gibt aber auch noch ganz andere Quellen, aus denen die Säuren stammen können:

  • alle Stoffwechselprozesse in den Zellen
  • negative Gedanken
  • Bewegungsmangel verhindert zügiges Ausscheiden der Säuren
  • übertriebener Sport erzeugt Säuren
  • Umweltbelastungen
  • Toxine
  • Elektrosmog 
  • Körperpflegeprodukte, die reich an synthetischen Inhaltsstoffen sind
  • Waschmittel
  • Haushaltsreiniger
  • Textilfarbe u.v.m.

Wie schützt sich unser Körper vor zu vielen schädlichen Säuren?

Es ist ganz natürlich, dass in unserem Körper ein gewisse Menge an Säuren entstehen. Dafür hat unserer Körper extra verschiedene Methoden entwickelt, mit diesen Säuren umzugehen und sie wieder loszuwerden, also auszuscheiden. Dies geschieht über

  • die Lunge -> Kohlensäue wird in Form von Kohlendioxid über die Lunge ausgeatmet
  • die Nieren -> Grossteil aller Gifte und Stoffwechselabfallprodukte werden mit dem Urin ausgeschieden
  • die Haut -> Säuren werden mit dem Schweiss ausgeschieden
  • die Menstruation -> Säuren werden über die monatliche Blutung ausgeschieden
  • mit Hilfe von basischen Mineralstoffen -> der Körper mit Hilfe von Basen die Säuren in Salze um -> Säuren werden neutralisiert

So neutralisiert unser Körper die Säuren

 

Unser Körper ist so gestrickt, dass er mit einer gewissen Menge an Säuren zurecht kommt und sie durch basische Mineralstoffe neutralisiert. 

Durch diese Neutralisierung werden die Säuren in Salze umgewandelt.

 

 

Doch woher kommen die basischen Mineralstoffe?

Die benötigten basische Mineralstoffe stammen bestenfalls aus der Nahrung. Meistens reicht die Menge, welche über die Nahrung aufgenommen wird, jedoch nicht aus. So muss der Körper in seine eigenen Mineralstoffdepots greifen. Mineralstoffdepots sind Körperregionen, in denen naturgemäss sehr hohe Mineralstoffmengen vorhanden sind, wie z.B.

  • Knochen
  • Haarboden
  • Blutgefässwände
  • Bindegewebe

Eines sollte jedoch klar sein: Es handelt sich lediglich um eine Leihgabe!

 

Unser Körper ist so genial, dass die basischen Mineralstoffe, welche über die nächste Mahlzeit in unseren Körper gelangen, wieder in die Mineralstoffdepots zurück gehen.

 

 

 

Doch was, wenn mit unserer Nahrung weiterhin nur Säuren und keine oder wenige Basen aufgenommen werden?

Auch hier hat unser Körper eine NOTlösung.

Der Notfallplan bei Säureflut

Durch die moderne Lebens- und Ernährungsweise wird der Körper täglich mit einer enormen Säureflut konfrontiert. Er kann die "geborgten" basischen Mineralstoffe nicht in die Depots zurück bringen.

 

Die Natur hat unseren Körper für diesen Fall mit einem Notfallplan ausgestattet. Dieser wäre ist nur dann hilfreich, wenn es sich um eine Übergangslösung handeln würde. Langfristig kann aber auch dieser Notfallplan nicht vor Gesundheitsproblemen schützen. Das können nur WIR selbst.

 

Erste Notfall-Massnahme: Neutralisierte Säuren werden im Körper gelagert

Die Säuren, die neutralisiert werden konnten, werden teilweise ausgeleitet. Was auf Grund von Überlastung der Ausscheidungsorgane nicht ausgeschieden werden kann, wird eingelagert.

 

Nun hofft unser Körper inständig, dass irgendwann keine Säuren mehr eintreffen. Dann würde er sich nämlich um Ausscheidung der eingelagerten Salze kümmern. 

Da dies meistens jedoch nicht passiert, muss er sich mit den Folgen einer langfristigen Einlagerung der Salze auseinandersetzen.

 

Dies kann sich in schwerwiegenden Erkrankungen äussern, z.B.

  • Gicht
  • Nierensteine
  • Haarausfall
  • Cellulite
  • Rheuma
  • Augenkrankheiten
  • Osteoporose

Zweite Notfall-Massnahme: Säuren werden über die Haut ausgeschieden

Um Mineralstoffe zu sparen, wird ein Teil der Säuren nicht mehr neutralisiert, sondern stattdessen über die Haut ausgeschieden. 

Das ist für die Haut kein Problem, solange eine gewisse Säuremenge nicht überschritten wird.

 

Da wir hier aber von einem Notfallplan reden, werden die Ausscheidungskapazitäten der Haut überfordert und die Säuren lagern sich in den Hautzellen und im umliegenden Bindegewebe ab. Dies führt zu kleinen Entzündungen, woraus folgende Gesundheitsprobleme entstehen können:

  • Akne
  • unreine Haut
  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis
  • Ekzeme

Dritte Notfall-Massnahme: Säuren werden im Körper gelagert

Wenn ein Teil der Säuren weder ausgeschieden noch neutralisiert werden kann, muss der Körper sie einlagern. Da die Säuren eine ätzende Wirkung haben, werden die Säuren mit grossen Mengen Wasser verdünnt, um das empfindliche Zellgewebe zu schützen. 

 

Dies führt wiederum zu Wassereinlagerungen im Körper, was natürlich auch wieder gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann:

  • Gewichtszunahme durch Übersäuerung
  • Bluthochdruck durch Übersäuerung
  • Herzinfarkt durch Übersäuerung

Sie sehen also, es bedarf hier einer gesunden Lebens- und Ernährungsweise. Wie Sie einer Übersäuerung entgegen treten, lesen Sie hier.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ina (Mittwoch, 02 November 2022 19:54)

    Super interessanter Beitrag �